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	<title>Information Architects Zürich</title>
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		<title>E-Reading: Neue Medien sind mehr als ein Vertriebskanal für alte Inhalte</title>
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		<pubDate>Fri, 16 Jul 2010 13:08:51 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Ralf</dc:creator>
				<category><![CDATA[Featured]]></category>

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		<description><![CDATA[„Das Buch wird niemals sterben.“  In der englischen Simultan-Übersetzung klingt es fast wie „wir werden immer reiten und brauchen keine Autos“. Doch der italienische Redner eines wissenschaftlichen Fachverlags ist sich seiner Sache sicher.  Gut, dass bei dieser <a href="http://www.editech.info/topmenuEnglish/HOME.aspx">Veranstaltung</a> der italienischen Buchverleger in Mailand nicht alle so denken. Einige der Teilnehmer arbeiten bereits fieberhaft an der Antwort auf die wichtige Fragestellung: Wie werden wir morgen lesen? ]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>„Das Buch wird niemals sterben.“  In der englischen Simultan-Übersetzung klingt es fast wie „wir werden immer reiten und brauchen keine Autos“. Doch der italienische Redner eines wissenschaftlichen Fachverlags ist sich seiner Sache sicher.  Gut, dass bei dieser <a href="http://www.editech.info/topmenuEnglish/HOME.aspx">Veranstaltung</a> der italienischen Buchverleger in Mailand nicht alle so denken. Einige der Teilnehmer arbeiten bereits fieberhaft an der Antwort auf die wichtige Fragestellung: Wie werden wir morgen lesen? </p>

<p>Eine Diskussion mit starkem Dejà-vu-Effekt.  Strategien und Meinungen erinnern genau an die Szenen, die wir in den vergangenen zehn Jahren in der Zeitungsbranche erlebt haben. Die Ausgangssituation scheint ähnlich. Print verdient eine Menge Geld mit etablierten und meist abbezahlten Strukturen. Die digitale Zukunft erscheint dagegen oft ungewiss und mit hohen Kosten verbunden. Zu allem Übel warten neue Konkurrenten wie Apple oder Google in diesem Markt. Anders als damals bei den Zeitungen ist der Druck jedoch noch höher, denn in den vergangenen Jahren ist bereits die erste digitale Generation aufgewachsen.  </p>

<h2>Buddenbrooks auf dem Handy</h2>

<p>Diese Situation generiert eine dankbare Zielgruppe für technische Dienstleister, die traditionell auf solchen Veranstaltungen um Kundschaft buhlen. Natürlich ist auch wieder eine Wunder-Software dabei: „Damit können Sie mühelos jedes Buch auf jedem neuen Tablet-PC, jedem Smartphone und jedem E-Reader publizieren.“ Will ich das? Brauche ich die Buddenbrooks auf dem Handy?</p>

<p>Zugegeben, aus ökonomischer Sicht scheint die Idee verlockend. Denn schon bei den klassischen E-Readern wie dem Kindle gibt es inzwischen <a href="http://wiki.mobileread.com/wiki/E-book_Reader_Matrix">mehr als 50 verschiedene Modelle.</a></p>

<h2>Einer für alle</h2>

<p>Wer zurückschaut, wie das iPhone den Smartphone-Markt verändert hat, weiss auch die Ankündigungen in Sachen iPad-Killer richtig zu deuten. In den kommenden Monaten  werden noch einige <a href="http://www.tablet-user.de">Tablets auf den Markt kommen.</a> Und natürlich kann sich kein Verleger von Büchern eine spezielle Ausgabe für jedes Gerät leisten. So eine Software, die Inhalte automatisch auf alle Geräte verteilt, klingt da vielversprechend.</p>

<p>Viel zu kurz – und auch das weckt manche Erinnerung an die Zeitungsbranche in den Anfangsjahren des Internets – kommt allerdings die Diskussion über Chancen, Möglichkeiten und Besonderheiten einzelner Geräte. </p>

<h2>Erste Apps bekamen vernichtende Kritik</h2>

<p>Wer zum Beispiel auf dem iPad Erfolg haben will, muss sich der Besonderheiten des Geräts bewusst sein. Wie aufwändig Design für das iPad ist, hat Oliver Reichenstein auf unserer englischen Homepage mit <a href="http://informationarchitects.jp/designing-for-ipad-reality-check/ ">„Designing for iPad: Reality Check“</a> beschrieben.</p>

<p>Die ersten Apps aus den USA bekamen vernichtende Kritik. Usabilty-Experte Jakob Nielsen fühlte sich gar i<a href="http://www.useit.com/alertbox/ipad.html">ns Web Design von 1993 zurückversetzt.</a> Noch ist das iPad  ein junges Medium, das nach Standards sucht. Auf der Suche nach der besten Lösung braucht es <a href="http://informationarchitects.jp/wired-on-ipad-just-like-a-paper-tiger">offene Diskussionen.</a></p>

<p>Doch diese Arbeit könnte sich lohnen. Erste Umfragen sprechen von <a href="http://technologizer.com/2010/06/30/ipad-survey">98 Prozent zufriedenen Kunden</a> mit dem iPad. Bei <a href="http://www.apple.com/de/pr/library/2010/06/22ipad.html">drei Millionen verkauften Geräten</a> nach nur 80 Tagen entsteht ein interessanter Markt. </p>

<p>Die nächsten Wochen werden zeigen, was die Leser auf diesem und anderen Geräten lesen wollen. Eines scheint jedoch schon heute klar: Wenn Buchverlage nur Bleiwüsten auf hochauflösende Bildschirme exportieren, wird  dieser Markt schnell langweilig. Neue Medien sind mehr als ein Vertriebskanal für alte Inhalte.</p>
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		<title>Reuters, NYT und iA im Gespräch</title>
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		<pubDate>Wed, 03 Mar 2010 04:12:39 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Oliver Reichenstein</dc:creator>
				<category><![CDATA[Featured]]></category>
		<category><![CDATA[Internet]]></category>
		<category><![CDATA[Technologie]]></category>
		<category><![CDATA[iA]]></category>

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		<description><![CDATA[Am diesjährigen <a href="http://www.media2010.com.au/?page_id=1115">Media2010 Event</a> in Sydney wurden Marc Frons (CTO, New York Times), Nic Fulton (Thomson Reuters) and Oliver Reichenstein über die Zukunft der Nachrichtenindustrie befragt. Die beiden Hauptfragen lauteten: 1. Wann und wie sollten Nachrichtenunternehmen vom Copy-Right ablassen?  2. Wie designt man Webseiten, um die Leserschaft zu vermehren? Vor dem Hintergrund, dass das streng Domain-basierte Internet sich langsam verabschiede, warf Oliver ein, dass Unternehmen wie die New York Times, statt weiterhin Nachrichten auf der eigenen Plattform zu horten, nach dem Modell von Reuters nicht eher ein eher API-basiertes Modell ins Auge fassen sollte sollten.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Am diesjährigen <a href="http://www.media2010.com.au/?page_id=1115">Media2010 Event</a> in Sydney wurden Marc Frons (CTO, New York Times), Nic Fulton (Thomson Reuters) and Oliver Reichenstein über die Zukunft der Nachrichtenindustrie befragt. Die beiden Hauptfragen lauteten:</p>

<ol>
<li>Wann und wie sollten Nachrichtenunternehmen vom Copy-Right ablassen? </li>
<li>Wie designt man Webseiten, um die Leserschaft zu vermehren?</li>
</ol>

<p>Vor dem Hintergrund, dass das streng Domain-basierte Internet sich langsam verabschiede, warf Oliver ein, dass Unternehmen wie die New York Times, statt weiterhin Nachrichten auf der eigenen Plattform zu horten, nach dem Modell von Reuters nicht eher ein eher API-basiertes Modell ins Auge fassen sollte sollten.<span id="more-801"></span></p>

<p><object width="560" height="340"><param name="movie" value="http://www.youtube.com/v/u4DtbBbzSeY&#038;hl=en_US&#038;fs=1&#038;"></param><param name="allowFullScreen" value="true"></param><param name="allowscriptaccess" value="always"></param><embed src="http://www.youtube.com/v/u4DtbBbzSeY&#038;hl=en_US&#038;fs=1&#038;" type="application/x-shockwave-flash" allowscriptaccess="always" allowfullscreen="true" width="560" height="340"></embed></object></p>

<p><object width="560" height="340"><param name="movie" value="http://www.youtube.com/v/FV3HSpQ237E&#038;hl=en_US&#038;fs=1&#038;"></param><param name="allowFullScreen" value="true"></param><param name="allowscriptaccess" value="always"></param><embed src="http://www.youtube.com/v/FV3HSpQ237E&#038;hl=en_US&#038;fs=1&#038;" type="application/x-shockwave-flash" allowscriptaccess="always" allowfullscreen="true" width="560" height="340"></embed></object></p>

<p>Falls Sie mehr über den Media2010 event erfahren möchten: The Sydney Morning Herald hat <a href="http://media.smh.com.au/technology/media-2010/media-2010--oliver-reichenstein-1156653.html">ein Video-Archiv aller gehaltenen Reden</a>.</p>
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		<title>Mit einem Blogpost am Rad der Weltgeschichte gedreht</title>
		<link>http://informationarchitects.ch/mit-einem-blogpost-am-rad-der-weltgeschichte-gedreht/</link>
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		<pubDate>Wed, 03 Feb 2010 15:00:48 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Oliver Reichenstein</dc:creator>
				<category><![CDATA[Featured]]></category>

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		<description><![CDATA[Am 12. Januar 2010 <a href="http://googleblog.blogspot.com/2010/01/new-approach-to-china.html">meldete Google in einem Blogeintrag</a> wie ein Blitz aus heiterem Himmel, dass man eine "neue Herangehensweise" an China ins Auge fasse. Man sei nicht weiter bereit, die Suchresultate der Chinesischen Google-Suchmaschine zu zensurieren. Wegen den Chinesischen Staatshackern. Wegen der Industriespionage. Wegen den Menschenrechtsverletzungen. Wie, was?]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Am 12. Januar 2010 <a href="http://googleblog.blogspot.com/2010/01/new-approach-to-china.html">meldete Google in einem Blogeintrag</a> wie ein Blitz aus heiterem Himmel, dass man eine &#8220;neue Herangehensweise&#8221; an China ins Auge fasse. Man sei nicht weiter bereit, die Suchresultate der chinesischen Google-Suchmaschine zu zensurieren. Wegen den chinesischen Staatshackern. Wegen der Industriespionage. Wegen den Menschenrechtsverletzungen. Wie, was?</p>

<p>Chinesische Hacker hätten sich im Dienste des Staates, so Google zwischen den Zeilen, in verschiedene Server von amerikanischen Grossunternehmen eingehackt und nach Firmendaten und Dissidenten-Infos geschnüffelt. Das habe das Fass zum überlaufen gebracht. Google sei deshalb nicht länger bereit, die eigene Suchmaschine in China zu zensurieren. Bumm!</p>

<p>Gesagt, getan: Chinesen, die nach dem 12. Januar nach &#8220;Tiananmen&#8221; googlen, sehen keine hübschen Girls, die über einen sauber gefegten Platz spazieren, sie sehen den Mann vor dem Panzer. Google-Fans bringen Blumen zum chinesischen Hauptquartier. Die Story, dass Google der chinesischen Regierung den Mittelfinger zeigt, explodiert übers ganze Internet.</p>

<p>George Kurtz, CTO von McAfee, einem der führenden Anbieter von Antivirenprogrammen, <a href="http://siblog.mcafee.com/cto/operation-%E2%80%9Caurora%E2%80%9D-hit-google-others/">bestätigt ein paar Tage später</a>, dass die Hacker-Geschichte stimme. Chinesische Hacker hätten tatsächlich ein Leck im Internet Explorer ausgenutzt, um sich über die Hintertüre in die leckeren Server von Google, Adobe &amp; Co. einzuschleichen.</p>

<p>Nun, niemand zweifelt daran, dass die Geschichte stimmt. Industrie- und Politspionage in Form von Hackerangriffen durch die chinesische Regierung sind nichts Neues. Steht alles im <a href="http://www.scribd.com/doc/13731776/Tracking-GhostNet-Investigating-a-Cyber-Espionage-Network">Ghostnet-Report</a> (auf den im Google Blogpost doppelt verwiesen wird). Dass die chinesische Regierung den eigenen Dissidenten überall hin nachtigert, weiss jeder. Der Blogtext wurde wochenlang massiert, bis er in der gegenwärtigen Form stand. Wenn man davon ausgeht, dass Google weiss, was Google tut, kann man davon ausgehen, dass alles, was in dem Dokument steht, faktisch stimmt. Geht man davon aus, dass Google nicht weiss, was Google tut, dann weiss man nicht, wer Google ist.</p>

<p>Gemäss Wall Street Journal stehe der in Russland aufgewachsene Sergey Brin hinter diesem unkonventionellen Schachzug. Google-Mitgründer Brin habe sich nach intensiver Debatte gegen CEO Schmidt durchgesetzt. Und wie fast alles was Google macht, funktioniert&#8217;s sehr wahrscheinlich auch:</p>

<ol>
    <li>Google etabliert sich als Kämpfer für Meinungsfreiheit und Menschenrechte</li>
    <li>Google zeigt China die Stirn und haut als erstes westliches Unternehmen die Faust auf den Tisch</li>
    <li>Google stellt jede Regierung, die einen Kampf gegen das Unternehmen führt, in die chinesische Ecke</li>
    <li>Google lenkt für einige Zeit vom sich abzeichnenden Google-Phone-Debakel ab</li>
    <li>Google renoviert die eigene aus Konsumentenperspektive inzwischen zunehmend zweifelhaft gewordene Marke als vertrauenswürdig, sicher, volksverbunden</li>
    <li>Google ist wieder das &#8220;andere&#8221; Unternehmen</li>
    <li>Microsoft zieht den Schwarzen Peter, weil es sich mit seinem Internet Explorer wieder mal einen Riesenpatzer geleistet hat, und weil nun alles, was sie in China machen falsch ist (ausser sie folgen Google nach)</li>
</ol>

<p><a href="http://scobleizer.com/2010/01/12/why-now-google/">Robert Scoble</a>, der Nerd vom Dienst, der bei jedem Techtrend immer und überall der erste sein will, meldete sofort: &#8220;Ich bin wieder ein totaler Google-Fan.&#8221;</p>

<p>Seine Nemesis, TechCrunch-Kolumnist Paul Carr, normalerweise zehnmal scharfzünginger und scharfsinniger als alle Tech-Kolumnisten zusammen, <a href="http://www.techcrunch.com/2010/01/13/not-safe-for-wok/">versuchte unmittelbar die Scoble-Gegenposition einzunehmen</a>. Kein Grund zum Jubel, meinte er. Denn der Schachzug von Google sei sicher kein moralischer. Aha.</p>

<p>Die Diskussion geht nun hin und her zwischen den Zynikern, die meinen Google sei einfach ein schlechter Verlierer (weil sie &#8220;nur&#8221; 30% des chinesischen Suchmarktes erobern konnten) und den Romantikern, die Google als Ritter im Kampf mit dem chinesischen Drachen sehen. Viele Argumente sind wilde Spekulation (z.B. &#8220;Google baut gerade an einer globalen anti-Firewall&#8221;), und nicht selten hört man nicht anderes als läppische Besserwisserei (z.B. &#8220;Google versteht die chinesische Geschäftskultur nicht&#8221;).</p>

<p>Meiner Ansicht nach sind das alles eher triviale Positionen. Selbstverständlich werden Grossunternehmen vom Kaliber Google weniger nach moralischen als nach strategischen Kriterien geführt. Moral ist bloss ein (im Kommunikationszeitalter etwas wichtigerer) firmenstrategischer Faktor. Selbstverständlich ist der Schachzug von Google &#8220;amazing&#8221;. Wer hätte das erwartet? Wer sonst könnte sich sowas überhaupt leisten?</p>

<p>Faktisch überraschend an Google&#8217;s China-Geschichte ist, dass sich für Google das Geschäft mit China nicht lohnt; und das ist ziemlich dicke Post. Die finanzielle Investition, der Markenschaden, der Know-How-Verlust sind scheinbar zu gross für die 600 Millionen Dollar, die zurück in die Google-Kasse fliessen. Umgekehrt scheint der Image-Gewinn bei einem Rückzug bedeutender als die Aussicht auf eventuellen finanziellen Gewinn irgendwann in der Zukunft. Statt einfach abzuziehen, zündet man also eine PR-Atombombe.</p>

<p>Interessant ist die Geschichte auch, weil der Rückzug von Google ein schwererer Schlag für den Wirtschaftsstandort China sein dürfte, als heute von vielen Experten angenommen wird. Wenn sich die Techmarke Nummer eins aus China verabschiedet, weil sich die Geschäfte nicht lohnen, dann kann das zu einem Kaisers-Kleider-Moment für einen Wirtschaftsstandort werden, in den seit Jahrzehnten Geld blind investiert wird.</p>

<p>Der Rückzug von Google aus China bedeutet für viele, was Beobachter schon lange vermuten und viele Insider seit Jahren sagen: &#8220;Wer nicht Chinese ist, macht kein Geld in China.&#8221; Wenn dieser Gedanke unter den CEOs, CFOs und Wirtschaftsministern, die China noch immer für ein kapitalistisches Eldorado halten, Schule macht &#8212; dann hat Google mit dem betreffenden Blogeintrag am Rad der Weltgeschichte gedreht.</p>

<p>Dieser Beitrag von Oliver Reichenstein ist zuerst in der <a href="http://werbewoche.ch/werbewoche/">Werbewoche</a> erschienen.</p>
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		<title>Was bringt 2010?</title>
		<link>http://informationarchitects.ch/ausblick_2010/</link>
		<comments>http://informationarchitects.ch/ausblick_2010/#comments</comments>
		<pubDate>Tue, 05 Jan 2010 14:37:39 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Christoph Lüscher</dc:creator>
				<category><![CDATA[Featured]]></category>
		<category><![CDATA[Internet]]></category>
		<category><![CDATA[Strategie]]></category>
		<category><![CDATA[Technologie]]></category>

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		<description><![CDATA[2009 ist sicher in unseren Erinnerungen verstaut, die Nullerjahre sind überstanden - Zeit für einen Ausblick. Unsere Spekulationen über Tablets im Newsmarkt, Realismus in den Social Media, Datenvisualisierung im Social Web, den Gründergeist, der aus dem Silicon Valley zurückkehrt und eine Gefahr für die Datenkrake Google.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>2009 ist sicher in unseren Erinnerungen verstaut, die Nullerjahre sind überstanden &#8211; Zeit für einen Ausblick.</p>

<h2>Technologie: Das Tablet kommt</h2>

<p>2010 werden wir Webinhalte auf eine neue Art entdecken: auf dem Sofa, mit einem ultraflachen, tastaturlosen mobilen Endgerät in der Hand. Nachdem der Kindle von Amazon in den USA seine Alltagstauglichkeit bewiesen und den Büchermarkt umgekrempelt hat, werden die Hersteller 2010 eine neue Generation von multimedia- und sofatauglichen Endgeräten vorstellen, die sogenannten Tablets. Apple wird sein Tablet mit dem App Store verbinden und damit für tagesaktuelle Newsinhalte, wie sie auf dem Kindle bisher aussen vor bleiben mussten, ein neues Zeitalter einläuten.</p>

<h2>Marketing: Realismus in den Social Media</h2>

<p>Während die einen noch auf den Social Media-Zug aufspringen, beginnen sich die Early Adopters privat und geschäftlich bereits zu fragen, was ihnen dieses Engagement bringt. Firmen, die Social Media einsetzen werden nach konkret messbaren Erfolgen verlangen. Manch ein Privater wird seine Accounts bei den diversen Diensten bereinigen. 2010 wird als Jahr in die Geschichte eingehen, in dem es nicht mehr tabu war, seinen Facebook-Account zu löschen.</p>

<h2>Design: Datenvisualisierung und der Social Graph</h2>

<p>Obwohl immer häufiger über sogenannte APIs direkt zugänglich, sind die enormen Datenmengen, die wir täglich im Web zurücklassen schlecht erschlossen. Wie sprechen die Leute wirklich über mein Produkt? Wie erfolgreich war meine letzte Kampagne? Wie einflussreich ist der selbsternannte Social Media-Guru XY wirklich? 2010 werden wir neue Strategien zur Erschliessung sozialer Daten im Netz sehen. Innovative grafische Darstellungsformen werden eine übersichtliche Präsentation der so gewonnenen Informationen ermöglichen.</p>

<h2>Business: Rückkehr des Gründergeistes aus dem Silicon Valley</h2>

<p>In den letzten Jahren hat der Online-Gründergeist das getan, was er in Krisensituationen bisher immer getan hat: sich in die Wiege der Online-Revolution, ins Silicon Valley zurückgezogen. 2008 und 2009 sind die Risikokapitalmärkte ausserhalb der USA teilweise ganz zum Erliegen gekommen. Das wird sich mit dem absehbaren Ende der Krise 2010 wieder ändern. Anderen Weltregionen wird wieder mehr Aufmerksamkeit zuteil und wir werden verwundert feststellen, dass Schwellenländer wie China und Indien in der Zwischenzeit ganz sicher nicht geschlafen haben.</p>

<p>Da wir am Beginn einer neuen Dekade stehen, wagen wir an dieser Stelle noch einen Ausblick auf unsere Jahresprognose 2012: Egal wie sich Google, die Datenkrake windet und wendet &#8211; den Social Graph kriegt das Technomonster nicht so richtig zu fassen. Als Konsequenz davon wächst die Zahl von relevanten Inhalten, die man anderswo effizienter findet. Über die nächsten Jahre wird sich diese Situation für Google zu einem ernsthaften Problem ausweiten. Die Online-Suche, die wir kennen wird keinesfalls verschwinden, sie wird aber viel von ihrer aktuell beinahe uneingeschränkten Dominanz verlieren.</p>
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		<title>Klaus J. Jacobs Forschungspreis</title>
		<link>http://informationarchitects.ch/klaus-j-jacobs-forschungspreis/</link>
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		<pubDate>Thu, 17 Dec 2009 13:57:10 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Christoph Lüscher</dc:creator>
				<category><![CDATA[Featured]]></category>
		<category><![CDATA[Nicht definiert]]></category>

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		<description><![CDATA[Die Jacobs Foundation, eine der grössten Stiftungen in Europa, hat 2009 erstmals den Klaus J. Jacobs Research Prize for Productive Youth Development und den Best Practice Award verliehen. iA hat die zweisprachige Award-Website mit multimedialen Inhalten zur Preisverleihung und zu den Preisträgern erstellt.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Die Jacobs Foundation, eine der grössten Stiftungen in Europa, hat 2009 erstmals den Klaus J. Jacobs Research Prize for Productive Youth Development und den Best Practice Award verliehen. Die mit 1 Mio und 200&#8242;000 Franken dotierten Preise honorieren aussergewöhnliche Leistungen in der Jugendforschung und -förderung. </p>

<p>Ausgezeichnet wurden Laurence Steinberg, der das Verständnis für die Entwicklung Jugendlicher in Wissenschaft und Politik nachhaltig prägen konnte, sowie Pater Johann Casutt, der das Schweizer Modell für die Berufsbildung von Jugendlichen erfolgreich an die indonesischen Verhältnisse adaptiert hat. </p>

<p>iA hat im Auftrag von <a href="http://www.prime.ch">Prime Communications</a> und der Jacobs Foundation die zweisprachige <a href="http://award.jacobsfoundation.org/de/">Award-Website</a> mit multimedialen Inhalten zur Preisverleihung und zu den Preisträgern erstellt.</p>

<p><a href="http://award.jacobsfoundation.org/de/"><img src="/wp-content/uploads/2009/12/kjjaward.jpg" alt="award.jacobsfoundation.org" title="award.jacobsfoundation.org" width="530" height="860" class="alignnone size-full wp-image-706" /></a></p>
]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>gynécologie suisse</title>
		<link>http://informationarchitects.ch/gynecologie-suisse/</link>
		<comments>http://informationarchitects.ch/gynecologie-suisse/#comments</comments>
		<pubDate>Tue, 17 Nov 2009 15:43:20 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Cyrill Treptow</dc:creator>
				<category><![CDATA[Featured]]></category>
		<category><![CDATA[Nicht definiert]]></category>

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		<description><![CDATA[iA gestaltet die Website der Ärztegesellschaft gynécologie suisse neu und erfindet das selbstfinanzierende Redesign. Die gynécologie suisse ist mit ihren über 2000 Mitgliedern eine der grössten Ärztegesellschaften der Schweiz. Sie vertritt die wissenschaftlichen, praktischen und ethischen Interessen ihrer Mitglieder und bietet ihnen fachliche Unterstützung, Fort- und Weiterbildungsangebote, sowie Anlässe zum kollegialen Austausch.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Die gynécologie suisse ist mit ihren über 2000 Mitgliedern eine der grössten Ärztegesellschaften der Schweiz. Sie vertritt die wissenschaftlichen, praktischen und ethischen Interessen ihrer Mitglieder und bietet ihnen fachliche Unterstützung, Fort- und Weiterbildungsangebote, sowie Anlässe zum kollegialen Austausch.</p>

<p>Im Zuge der Neuorganisation der gynécologie suisse wurde iA beauftragt, ein Konzept für den Neubau der Webseite auszuarbeiten und umzusetzen. Die Webseite erfüllt heute ein breite Palette von Aufgaben.</p>

<h2>Kommunikationsorgan der Gesellschaft</h2>

<p>Die Webseite betreibt Aufklärung für Besucher und vertitt die Interessen der Mitglieder.</p>

<p><a href="http://www.sggg.ch"><img title="Starseite sggg.ch" src="/wp-content/uploads/2009/10/Frontseite-600pix-breit1.png" alt="Startseite sggg.ch" width="600" height="932" /></a></p>

<h2>Fachliteratur und Fachveranstaltungen</h2>

<p>Die Webseite verfügt über eine Sammlung wichtiger Dokumente für den täglichen Praxisgebrauch und über eine Auswahl aktueller Studien.</p>

<p><img title="Fachpersonen" src="/wp-content/uploads/2009/11/gyn1.jpg" alt="Fachpersonen" width="348" height="289" /></p>

<h2>Erlangen des Facharzttitels für Gynäkologie und Geburtshilfe</h2>

<p>Damit ein Arzt den Facharzttitel führen darf, muss er verschiedene Facharztexamen absolvieren. Die Webseite liefert hierfür die Prüfungsinformationen und ermöglicht die Administration der Facharztkandidaten.</p>

<p><img title="Stati Facharztprüfung" src="/wp-content/uploads/2009/11/gyn3.jpg" alt="Stati Facharztprüfung" width="348" height="341" /></p>

<h2>Fortbildung als Facharzt für Gynäkologie und Geburtshilfe</h2>

<p>Die Veranstaltungsdatenbank führt ein breites Spektrum an Fachtagungen und Kursen, welche Bestandteil der Fort- und Weiterbildung für Fachärzte sind. Die für die Weiterführung des Facharzttitels nötigen Punkte aus den besuchten Veranstaltungen oder Fortbildungen werden auf dem Mitgliederprofil des Facharztes verwaltet.</p>

<p><img title="Fortbildung" src="/wp-content/uploads/2009/11/gyn2.jpg" alt="Fortbildung" width="347" height="296" /></p>

<h2>Werbung, die sich lohnt</h2>

<p>Die Webseite der gynécologie suisse hat sich bereits in der Vergangenheit als Werbeplattform angeboten. Frischen Wind brachte allerdings ein neues Werbekonzept von iA, welches die nahezu 100%-Reichweite der Website bei den Fachärzten für Gynäkologie und Geburtshilfe ins Zentrum rückt. Auf sggg.ch maximiert der Werbeauftraggeber die Treffsicherheit seiner Kampagnen. Noch vor Launch der neuen Webseite haben die durch das neue Konzept erzielten Werbeerträge die Kosten für das Redesign überschritten.</p>
]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Krone.at aufpoliert</title>
		<link>http://informationarchitects.ch/krone-at-aufpoliert/</link>
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		<pubDate>Tue, 06 Oct 2009 10:17:59 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Christoph Lüscher</dc:creator>
				<category><![CDATA[Projekte]]></category>
		<category><![CDATA[iA]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://informationarchitects.ch.lilienthal.ch-meta.net/?p=351</guid>
		<description><![CDATA[Mit krone.at hat iA erstmals die Website einer Boulevardzeitung neu gestaltet. ]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Ein weiteres Online-Newsprojekt von iA ist letzte Woche live gegangen. Nach dem <a href="/newsnetz/">Newsnetz</a> in der Schweiz und <a href="/online-eine-neue-zeit/">DIE ZEIT</a> in Deutschland haben wir uns in Österreich einer Herausforderung am anderen Ende des journalistischen Spektrums gestellt: mit <a href="http://krone.at">krone.at</a> hat iA erstmals die Website einer Boulevardzeitung neu gestaltet. </p>

<p>Aktuell weist krone.at 124 Millionen Seitenabrufe, 7.9 Millionen Besuche und 1.3 Millionen eindeutige Besucher pro Monat aus. Die gedruckte Kronen Zeitung erreicht 2&#8242;970&#8242;000 Leser, was 43.7% aller Zeitungsleser in Österreich entspricht. </p>

<h2>Strikte Vorgaben</h2>

<p>Anders als beim Newsnetz-Design und beim Redesign der ZEIT gab es in diesem Projekt sehr strikte Vorgaben bezüglich des technisch machbaren &#8211; und einen sehr engen Zeitrahmen. Wir konzentrierten uns bei der Design-Auffrischung von krone.at deshalb vor allem auf folgende Punkte: 1. Optimierung des vorgegebenen Grundrasters. 2. Bereinigung der Seitenstruktur. 3. Lesbarkeit und visuellen Eindruck verbessern. </p>

<p>Hier ein Vorher-Nachher-Vergleich der Startseite. Bewegen Sie die Maus über das Bild um die Vorher-Ansicht abzurufen (alle unten vorgestellten Vergleiche haben diese Funktionalität):</p>

<p><a title="No Link" href="#t"><img style="display: none;" src="/wp-content/uploads/2009/10/krn-vorher-nachher-kl-white.gif" alt="No Show" class="nofloat" /><img onmouseover="this.src='/wp-content/uploads/2009/10/krn-vorher-nachher-kl-black.png'" onmouseout="this.src='/wp-content/uploads/2009/10/krn-vorher-nachher-kl-white.gif'" src="/wp-content/uploads/2009/10/krn-vorher-nachher-kl-white.gif" alt="" width="550" height="669" class="nofloat"/></a>
<em>Fahren Sie mit der Maus über das Bild für die Vorher-Ansicht</em></p>

<h2>1. Optimierung des Grundrasters</h2>

<p>Die beiden seitlichen Spalten im Grundraster wurden angepasst, so dass alle Spalten nun dieselbe Breite haben. Teasermodule können so an beliebiger Stelle auf der Site platziert werden. Die Verbreiterung der Navigationsspalte macht die Navigation scannbarer und ermöglicht es, der Marke krone.at mehr Gewicht zu verleihen. Um die Monotonie des Teaser-Rasters zu durchbrechen haben wir den Inhaltsbereich in einem asymetrischen Muster organisiert.</p>

<p><a title="No Link" href="#t"><img style="display: none;" src="/wp-content/uploads/2009/10/grid-krone-gxa.gif" alt="No Show" class="nofloat" /><img onmouseover="this.src='/wp-content/uploads/2009/10/grid-krone-gxb1.gif'" onmouseout="this.src='/wp-content/uploads/2009/10/grid-krone-gxa.gif'" src="/wp-content/uploads/2009/10/grid-krone-gxa.gif" alt="" width="550" height="669" class="nofloat"/></a>
<em>Fahren Sie mit der Maus über das Bild für die Vorher-Ansicht</em></p>

<h2>2. Bereinigung der Seitenstruktur</h2>

<p>Die offensichtlichsten Änderungen haben im oberen Seitenbereich stattgefunden.</p>

<ol>
<li>Was zusammengehört findet auch optisch zusammen. Vereinfachte Struktur der Headernavigation.</li>
<li>Systematischer Einsatz von Schriften.</li>
<li>Weniger, dafür grössere Hauptteaser.</li>
<li>Wetter und Suche im oberen rechten Bereich, dort wo sie vom Nutzer erwartet werden.</li>
<li>Datumsangabe oberhalb des Inhaltsbereiches, nahe bei der Marke.</li>
</ol>

<p><a title="No Link" href="#t"><img style="display: none;" src="/wp-content/uploads/2009/10/grid-krone-sa.gif" alt="No Show" class="nofloat" /><img onmouseover="this.src='/wp-content/uploads/2009/10/grid-krone-sb.gif'" onmouseout="this.src='/wp-content/uploads/2009/10/grid-krone-sa.gif'" src="/wp-content/uploads/2009/10/grid-krone-sa.gif" alt="" width="550" height="669" class="nofloat"/></a>
<em>Fahren Sie mit der Maus über das Bild für die Vorher-Ansicht</em></p>

<h2>3. Lesbarkeit und visuellen Eindruck verbessern</h2>

<p>Die offensichtlichste Änderung ist der Wechsel von Schwarz auf Weiss als Hintergrundfarbe. Wir haben ferner Redundanzen aus der Hauptnavigation entfernt und diese optisch klarer strukturiert. Weitere Änderungen:</p>

<ol>
<li>Markenkonforme Einbindung von krone.tv. </li>
<li>Die roten Boxen dienen als visuelle Anker und führen das Auge.</li>
<li>Die Seite hat mehr Struktur, wichtige Teaser wurden grösser, unwichtige kleiner.</li>
<li>Wir haben die Fontgrösse innerhalb der vorgegebenen Modulgrösse soweit erhöht wie möglich.</li>
</ol>

<p><a title="No Link" href="#t"><img style="display: none;" src="/wp-content/uploads/2009/10/krn-vorher-nachher-kl-white.gif" alt="No Show" class="nofloat" /><img onmouseover="this.src='/wp-content/uploads/2009/10/krn-vorher-nachher-kl-black.png'" onmouseout="this.src='/wp-content/uploads/2009/10/krn-vorher-nachher-kl-white.gif'" src="/wp-content/uploads/2009/10/krn-vorher-nachher-kl-white.gif" alt="" width="550" height="669" class="nofloat"/></a>
<em>Fahren Sie mit der Maus über das Bild für die Vorher-Ansicht</em></p>

<h2>Wie geht&#8217;s weiter?</h2>

<p>Es gibt noch viel zu sagen und zu tun. Wir werden gespannt beobachten, wie sich krone.at mit dem neuen Design weiterentwickelt und vor allem wie sich das neue Design auf den Traffic auswirkt.</p>
]]></content:encoded>
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		</item>
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		<title>Der Weg des Projekt-Samurai</title>
		<link>http://informationarchitects.ch/der-weg-des-projekt-samurai/</link>
		<comments>http://informationarchitects.ch/der-weg-des-projekt-samurai/#comments</comments>
		<pubDate>Thu, 17 Sep 2009 15:30:03 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Christoph Lüscher</dc:creator>
				<category><![CDATA[Projektleitung]]></category>
		<category><![CDATA[iA]]></category>

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		<description><![CDATA[Lässt sich beschreiben, was der Projektleiter zu einem erfolgreichen Projekt beiträgt, oder ist Projektleitung am Ende doch mehr Kunst als Handwerk? ]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><em>&#8220;Sei darum voll entschlossen, diese Ziele zu erreichen, ohne im mindesten zu schwanken, selbst wenn die Lehren Buddhas oder der Götter dem entgegenstehen.&#8221;</em>
Hagakure</p>

<p>Obwohl ich immer wieder grosse Projekte leite, habe ich nie intensiv über das Handwerk der Projektleitung nachgedacht. Ich sehe aber, dass selbst gestandene Projektleiter immer wieder scheitern. Websites, die nie live gehen, Ausstellungen, die nicht rechtzeitig eröffnet werden, Flugzeuge, die nicht fliegen. Lässt sich beschreiben, was der Projektleiter zu einem erfolgreichen Projekt beiträgt, oder ist Projektleitung am Ende doch mehr Kunst als Handwerk? </p>

<p>In scheinbar unlösbaren Projektsituationen habe ich oft an die tiefe Demut des Hagakure, des Ehrenkodex der Samurai gedacht. Was dem geschickten Strategen die Kunst des Krieges von Sun Tzu, ist dem bescheidenen Projektleiter Tsunetomo Yamamotos Anleitung für den loyalen Gefolgsmann des Fürsten. Der Weg des Projekt-Samurai.</p>

<h2>1.  Lasse dich von festen Terminen, aber niemals von Aufgaben dominieren</h2>

<p>Viele Projektleiter arbeiten wie Berserker und erreichen ihre Ziele trotzdem nie. Sie arbeiten aufgabenorientiert und nicht terminorientiert, treiben jeden Tag alles voran, was ansteht, verlieren in ihrer Arbeitswut aber die Termine aus den Augen, zu denen die einzelnen Aufgaben abgeschlossen sein müssen. Die Aufgabenlast in einem Projekt muss ausgehend von den anstehenden Terminen immer wieder neu ausbalanciert werden. So erkennt der Projektleiter auch frühzeitig, dass er bevorstehende Ziele voraussichtlich nicht erreichen wird und kann entsprechend reagieren. </p>

<h2>2.  Verstehe den Unterschied zwischen „breiter“ und „tiefer“ Arbeit</h2>

<p>Projektleitung ist eine Aufgabe für Generalisten. Der Projekt-Samurai überschaut alle Bereiche eines Projektes, taucht aber nie so tief in die einzelnen Aufgaben ein, dass er darob den Überblick verliert. Er respektiert, dass Designer, Ingenieure oder Texter tiefe Arbeit verrichten. Er steuert das Projekt so, dass diese dabei möglichst selten unterbrochen werden. Wenn es die Situation nicht zulässt, dass ein Projektleiter ausschliesslich breite Arbeit verrichtet, sollte er es sich so einrichten, dass er breite Arbeit stets VOR der tiefen Arbeit erledigt und dass er seine tiefe Arbeit systematisch unterbricht, um wieder eine Überblick über alle Aspekte des Unterfangens zu gewinnen, das er zu leiten hat.</p>

<h2>3.  Vergiss nichts – aber lass die anderen vergessen</h2>

<p>Projekte sind geprägt von einer Unzahl von Informationsfragmenten. Von „game-changern“ wie dem eben bekanntgewordenen Termin für den Start der Lancierungskampagne unmittelbar nach Projektabschluss, bis hin zur Spezifikation eines einzelnen Buttons auf einer Website. Diese Informationsfragmente fliegen schnell und ungeordnet durcheinander: da ein Telefon, ein Mail, eine kurze Begegnung mit dem Programmierer auf dem Gang, die Sitzungsnotizen auf dem Pult. Es ist Aufgabe des Projektleiters, keine einzige dieser Informationen aus den Augen zu verlieren. Er muss ein Gott der systematischen Informationsverarbeitung sein und gleichzeitig sicherstellen, dass die anderen Projektteilnehmer nur den für sie in einem bestimmten Moment relevanten Informationen (und nicht etwa der gesamten Projektdokumentation) ausgesetzt werden. Manch ein Grossprojekt ist daran gescheitert, dass der Hauptprojektleiter nicht fähig war, zuzuhören und eine lückenlose Aufgabenliste zu führen oder glaubte, diese Aufgabe an die Projektteilnehmer delegieren zu können.</p>

<h2>4.  Sei kreativ, visionär – und pessimistisch</h2>

<p>Die korrekte Planung und Steuerung eines Projektes ist nur möglich, wenn der Projektleiter Probleme frühzeitig erkennt. Probleme in einem Projekt vorauszusehen erfordert Erfahrung und übelgelaunte Kreativität. Der Projektleiter-Samurai legt während eines Projektes immer wieder Denkpausen ein, in denen er versucht, möglichst viele zukünftige Projektpfade, Abhängigkeiten und möglicherweise daraus hervorgehende Probleme zu erkennen. Ein guter Helfer ist dabei der Pessimismus: jede Aufgabe wird immer etwas mehr Zeit in Anspruch nehmen als ursprünglich angenommen und wenn zwei Dinge nicht zusammenpassen können, werden sie vermutlich nicht zusammenpassen.</p>

<h2>5.  Liebe das Schwierige, aber akzeptiere niemals das Unmögliche</h2>

<p>Auftraggeber möchten immer alles so schnell wie möglich erledigt haben. Noch viel mehr lieben sie es aber, wenn ein Projekt am Ende alle seine Ziele termingerecht erreicht. Der Projekt-Samurai wird deshalb am Projektanfang auf die „instant satisfaction“ eines unbedachten „das lässt sich machen“ verzichten und statt dessen Planbarkeit vor Schnelligkeit stellen. Er wird niemals eine „mission impossible“ akzeptieren und will nicht bei der Übernahme eines Projektes, sondern bei dessen erfolgreichem Abschluss glänzen.</p>

<h2>6.  Gehe auf drei Arten mit Terminproblemen um – nur auf drei</h2>

<p>Rechtzeitig erkannt, lassen sich Terminprobleme in einem Projekt sehr leicht beheben: der Endtermin wird verschoben, die Aufgabenlast wird reduziert (sagen wir, durch das Streichen eines Features), oder es werden zusätzliche Ressourcen eingebracht. Eine dieser drei Optionen kann ein erfahrener Projektleiter fast immer problemlos durchsetzen. Sein unerfahrenes Pendant wird sich vom Aufgabenumfang und den Terminen blenden lassen, nach „best effort“ arbeiten, mit der Zeit in eine „mission impossible“-Situation geraten – und seine Ziele verfehlen.</p>

<h2>7.  Du sollst genug wissen, um Druck richtig weiterzugeben, aber nicht mehr</h2>

<p>Ein guter Projektleiter (oder einer seiner Subprojektleiter) sollte von jedem Teilbereich eines Projektes genügen wissen, damit er präzise identifizieren kann, wo ein einzelner Arbeitsschritt ansteht, sich aber in keinem Teilbereich selber direkt engagieren. Hat der Lieferant schlechtes Material geliefert oder arbeitet der Dienstleister, der dieses vor Ort verarbeiten müsste mit schlecht ausgebildetem Personal? Nur wer den „Schuldigen“ bei einem Projektstau korrekt identifizieren kann, kann Druck adäquat weitergeben. Ein unerfahrener Projektleiter wird sich nach dem Hörensagen auf einen beliebigen Stakeholder stürzen, oder er wird zu einem Rundumschlag ansetzen. Diese Ansätze führen zu Frustration und zu einer „Dienst nach Vorschrift“- Haltung innerhalb des Teams.</p>

<h2>8.  Diene einzig dem Projekt</h2>

<p>Auftraggeber versuchen, während eines Projektablaufes zusätzliche oder veränderte Anforderungen einzubringen. Auftragnehmer versuchen, weniger Anforderungen zu erfüllen, als ursprünglich spezifiziert. Ein Projektleiter wird hingegen lediglich an den definierten Projektzielen gemessen. Er sollte bei zusätzlichen oder veränderten Anforderungen an ein Projekt stets auf die Konsequenzen für das Projekt hinweisen. Zusätzliche oder veränderte Anforderungen können oder müssen aufgenommen werden, sie verursachen aber eine Veränderung der Projektstruktur und damit meist Terminprobleme, was wiederum nach Punkt 6 bedingt, dass entweder der Endtermin eines Projektes verschoben, die Aufgabenlast reduziert oder zusätzliche Ressourcen eingebracht werden müssen. Niemals wird der Projekt-Samurai „einfach so“ zusätzliche Anforderungen oder die Leistungsreduktion eines Auftragnehmers hinnehmen. Flexible Methoden der Projektführung dürfen keine Entschuldigung für den liederlichen Umgang mit Terminen und quantitativen oder qualitativen Projektzielen sein.</p>

<h2>9.  Wenn Du die Besten kennst, arbeite mit ihnen – wenn Du sie nicht kennst, finde sie</h2>

<p>Da fast alle Aspekte eines Projektes direkt oder indirekt voneinander abhängig sind, kann ein einziger schlechter Lieferant oder ein ungeeigneter Mitarbeiter das gesamte Unterfangen zum Fall bringen. Der Projekt-Samurai wählt Leute, mit denen er bereits gearbeitet hat, sofern er sicher ist, dass sie die besten sind für diese Aufgabe. Wenn er die Besten nicht kennt, evaluiert er so lange, bis er sie gefunden hat.  Er besetzt alle Positionen in einem Projekt, über die er die Kontrolle gewinnen kann, mit hervorragenden Personen oder Lieferanten. Falls sie nicht bereits von solchen besetzt sind, versteht sich.</p>

<h2>10. Erkenne, dass alles ein Projekt ist</h2>

<p>Wer beschliesst, dass eine Aufgabe keiner Planung bedürfe und irgendwann einmal nebenbei erledigt werden könne unterschätzt vermutlich ihre Komplexität. Jede Aufgabe sollte entweder, wenn sie sehr klein ist, sofort erledigt, als Teil eines Projektes betrachtet, oder als neues eröffnet werden.</p>
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		<title>Online eine neue ZEIT</title>
		<link>http://informationarchitects.ch/online-eine-neue-zeit/</link>
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		<pubDate>Sat, 05 Sep 2009 16:16:09 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Christoph Lüscher</dc:creator>
				<category><![CDATA[Featured]]></category>
		<category><![CDATA[Projekte]]></category>
		<category><![CDATA[iA]]></category>

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		<description><![CDATA[Information Architects hat den Internet-Auftritt der ZEIT neu gestaltet. iA hat seit August 2008 an diesem Projekt gearbeitet. Mit 10 Millionen Visits und über 60 Millionen Seitenabrufen pro Monat gemäss IVW gehört <a href="http://www.zeit.de">www.zeit.de</a> zu den grossen Medienportalen im deutschsprachigen Raum. Die eigenständige Online-Redaktion berichtet seit 1996 über das tagesaktuelle Geschehen. Derzeit arbeiten rund 60 Redakteure, Grafiker und Techniker für die ZEIT ONLINE.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><p>Information Architects hat den Internet-Auftritt der ZEIT neu gestaltet.</p><p>iA hat seit August 2008 an diesem Projekt gearbeitet. Mit 10 Millionen Visits und über 60 Millionen Seitenabrufen pro Monat gemäss IVW gehört <a href="http://www.zeit.de">www.zeit.de</a> zu den grossen Medienportalen im deutschsprachigen Raum. Die eigenständige Online-Redaktion berichtet seit 1996 über das tagesaktuelle Geschehen. Derzeit arbeiten rund 60 Redakteure, Grafiker und Techniker für die ZEIT ONLINE.</p>
So sieht die neue ZEIT aus:</p>
<p><a href="http://www.zeit.de"><img src="/wp-content/uploads/2009/09/zeitonline.jpg" alt="ZEIT Online" title="ZEIT Online" width="530" height="525" class="alignnone size-full wp-image-325" /></a></p>
<p>2007 und 2008 zeichnete iA in der Schweiz unter anderem für das Design des Newsnetzes von <a href="http://baslerzeitung.ch">Basler Zeitung</a>, <a href="http://bernerzeitung.ch">Berner Zeitung</a> und <a href="http://tagesanzeiger.ch">Tages-Anzeiger</a>, für das Redesign von <a href="http://dasmagazin.ch">Das Magazin</a>, sowie für die Entwicklung von <a href="http://facts.ch">FACTS 2.0</a> verantwortlich. Wir arbeiten aktuell an zwei weiteren Medienprojekten, eines davon ist geheim, beim anderen handelt es sich um das Redesign von <a href="http://internazionale.it">Internazionale.it</a>. Sie können den Fortschritt des Internazionale-Projektes <a href="http://informationarchitects.jp/pronto">auf unserer englischsprachigen Site verfolgen</a>.</p>
<p>Demnächst werden wir an dieser Stelle ein &#8220;Making Of&#8221; zum ZEIT-Redesign veröffentlichen. Folgen Sie uns auf Twitter, wenn Sie auf dem laufenden bleiben möchten: <a href="http://twitter.com/iA_Chris">@iA&#95;Chris</a>, <a href="http://twitter.com/iA_Cyrill" class="broken_link" >@iA&#95;Cyrill</a>.</p></p>
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		<title>Die Schnipselkultur</title>
		<link>http://informationarchitects.ch/die-schnipselkultur/</link>
		<comments>http://informationarchitects.ch/die-schnipselkultur/#comments</comments>
		<pubDate>Thu, 27 Aug 2009 08:45:18 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Christoph Lüscher</dc:creator>
				<category><![CDATA[Internet]]></category>
		<category><![CDATA[Netzkultur]]></category>

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		<description><![CDATA[Liegt doch ein Wert in 140 Zeichen, und wenn ja, welcher?]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Diesem Artikel ging eine schockierende Selbstbeobachtung voraus. Lange habe ich mich geweigert, den 140-Zeichen-Dienst Twitter auch nur aufzurufen, geschweige denn zu &#8211; das Wort auszusprechen fällt mir heute noch schwer &#8211; twittern. Twitter schien sich perfekt in das betäubende immer-schneller immer-kürzer einzuordnen, von dem ich mich im Web möglichst fernzuhalten versuche. Schlimmer noch: <strong>was ich auf Twitter gelegentlich sah, war in meinen Augen komplett wertlos</strong>.</p>

<p><img class="alignnone size-full wp-image-143" title="Schnipsel" src="/wp-content/uploads/2009/08/schnipsel.jpg" alt="" width="500" height="315" />
<div class="image_credit">flickr/edwardfilms</div></p>

<p>Zögerlich, quasi als Zugeständnis an unsere Corporate Identity, habe ich mich dann doch eingetragen und einen ersten Tweet veröffentlicht, am <a href="http://twitter.com/iA_Chris/status/1911312235">25. Mai 2009 um 8:23</a>. 428 Tweets und 3 Monate später machte ich folgende Beobachtung: <strong>Twitter hat mein über mehr als 10 Jahre gefestigtes Online-Medienverhalten innert weniger als 90 Tagen komplett verändert</strong>. Ich erschrak. War ich in Nullzeit verblödet, oder liegt doch ein Wert in 140 Zeichen &#8211; und wenn ja, welcher?</p>

<p><strong>Während Jahren konsumierte ich Online-Medien aktiv-passiv, im <em>pull</em>-Verfahren</strong>. Meine tägliche Routine bestand darin, 2, 3 Zeitungsseiten (Tages-Anzeiger, NZZ, New York Times), nach deren Aufkommen gelegentlich den einen oder anderen Aggregator (Techmeme, facts.ch), eine Social-News-Plattform wie reddit.com, vielleicht ein Forum und ab und zu einen Blog, ein paar abonnierte RSS-Feeds zu Spezialthemen aufzurufen. Ich wählte den einen oder anderen Artikel aus, las ihn ganz oder teilweise, las selten die Kommentare, schrieb noch viel seltener einen eigenen, verschickte vielleicht gelegentlich einen Link per E-Mail oder Skype, nahm aber auf keiner Plattform während längerer Zeit aktiv teil.</p>

<p><strong>Seit dem 25. Mai kommen die Artikel zu mir</strong>, und zwar aus Quellen, die ich nach meinem Gusto jederzeit neu zusammenstellen kann und die meinen Interessen oft deutlich besser entsprechen als das klickgeile, „1-Size-Fits-All“-Agendasetting der lokalen Zeitung meiner Wahl. Hat sich dadurch mein Horizont verkleinert? Das Gegenteil ist geschehen, ich erhalte mehr hochwertige Informationen, habe eine globale Sicht auf das Tagesgeschehen zurückgewonnen und <a href="http://www.tagesanzeiger.ch/panorama/leute/Stars--Styles-Clooney-doch-schwul/story/30002378">dieser</a>, <a href="http://www.20min.ch/news/wissen/story/Attacke-der-asiatischen-Killer-Hornissen-16762291">dieser</a>, <a href="http://www.blick.ch/news/ausland/weil-sex-am-steuer-ja-auch-nicht-verboten-ist-126520">dieser</a> und <a href="http://www.sueddeutsche.de/,ra2m1/panorama/440/484872/text/" class="broken_link" >dieser</a> Artikel ist durchs Web gerauscht, ohne dass ich ihn gesehen und mich auch nur eine Sekunde darüber aufgeregt hätte.</p>

<p>Es liegt eindeutig ein Wert in 140 Zeichen. <strong>Ein Strom aus 140 Zeichen-Nachrichten, produziert von meinem ganz persönlichen <em>social graph</em> vollbringt für mich eine Filterleistung, die ich zwar oft erahnt, bisher aber in keinem Medium gefunden habe</strong>. Und ich kann erst noch ohne Mühe selber teilnehmen. Also wohlan &#8211; Twitter-Anteile kaufen, Twitter-Applikationen entwickeln, twittern, twittern? Nein, denn <strong>paradoxerweise hat das Tool, das für mich eine so gute Newsleistung erbringt ganz entsprechend meiner ursprünglichen Beobachtung keinerlei inneren Wert</strong>. Die menschliche Filterleistung könnte schon morgen durch eine beliebige andere Plattform fliessen und auch den Tweets als solche fehlt jeglicher Kontext, sie sind bloss kommentierte Verweise auf einen anderen Ort. Es gibt keine „Nur-Twitter“-Prominente, keine „Nur-Twitter“-Literaten oder gar „Nur-Twitter“-Hohepriester. Wir erscheinen als gemachte Leute auf Twitter und verlassen die Plattform fast unverändert wieder. Deshalb finden sich auch so wenige Teenager auf diesem Dienst.</p>

<p><strong>Die Schnipsel, die wir in stets steigender Kadenz durch Netz jagen, die Tweets, die einzelnen Songs, die Filmszenen sind Verweise auf etwas Grösseres,  als Verweise unendlich wertvoll (Zyniker sagen: bloss Marketing), als kulturelle Artefakte haben sie eine sehr kurze Halbwertszeit</strong>. Deshalb müssen wir uns auch dazu überwinden, immer wieder die Herausforderung eines längeren Artikels, eines Buches (behüte), der Pflege einer Website, eines Filmes oder eines <a href="http://www.guardian.co.uk/music/2009/aug/11/thom-yorke-radiohead">Musikalbums</a> anzunehmen.</p>
]]></content:encoded>
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